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Revolution aus der Mitte

| 6 Kommentare

Die letzten Jahre habe ich eher die Revolution der Alternativen unterstützt, doch jetzt habe ich das Gefühl, es ist Zeit für etwas ganz Neues:
Die Revolution aus der Mitte!
Was ich damit meine, möchte ich dir heute erläutern.

Mit meinem ehemaligen Seminarzentrum für gesundes und erfülltes Leben habe ich 9 Jahre lang vielen Referenten und Kursleitern eine Plattform für Ihre Angebote gegeben und manche davon in eine erfolgreiche Selbständigkeit begleitet.
Das Konzept war: Alternativen aufzeigen, die das Leben positiv unterstützen.
Viele Menschen nahmen viel Gutes für sich mit. Viele Menschen hofften auch, damit ihrem schnöden Alltag mit seinen Problemen entfliehen zu können.

Die Anbieter arbeiteten alle auf eine erfolgreiche Selbständigkeit hin und irgendwie war der Grundtenor von uns allen doch auch: „Ich will nicht mehr in einem Normalo-Job sein. Ich erschaffe mir eine befriedigendere Alternative.“
Da ich aber nicht nur gerne Unternehmerin war, sondern auch gerne als Sekretärin arbeitete und das ein stabiles Einkommen war, machte ich das weiter und teilte meine Woche entsprechend ein.

An der Reaktion der Menschen, wenn ich davon erzählte, merkte ich immer dasselbe:
Strahlende Gesichter, wenn ich von meinem Geschäft erzählte. Eher ausdrucksloses Unverständnis bis hin zu Bedauern, wenn ich vom Angestellten-Job berichtete.
Das störte mich immer.

Ich realisierte, dass eine bestimmte Denkweise bei ganz vielen Menschen Einzug gehalten hatte:

Normalo-Job = öde, unspirituell, sollte man eher nicht machen.
Selbständigkeit, möglichst im „spirituellen“ oder gesundheitlichen Bereich = interessant, erstrebenswert

Seine „Berufung“ zu finden, hatte oft etwas damit zu tun, solch eine Selbständigkeit aufzubauen.

Was mir dann immer klarer wurde – und jetzt könnt ihr mich von mir aus dafür steinigen:

Jede Arbeit kann spirituell sein!
Die Dinge nach der Form zu beurteilen, ist einseitig gedacht.
Spirituell ist meine innere Haltung zur Arbeit, die von Hingabe und Dienst an der Sache und den Menschen gekennzeichnet ist.

Ja, wenn du glaubst, du brauchst einen „spirituellen“ Beruf, ist das eher noch hinderlich dafür, einen Dienst aus vollem Herzen zu tun. Warum? Weil du in Gut und Schlecht einteilst. Weil du nur für dich das suchst, was du glaubst, was gut ist. Das Ego lässt grüßen!

Ich höre schon die Aufschreie im Hintergrund! 🙂

Sicher gibt es Menschen, die wirklich berufen sind zu einem spirituellen Beruf. Aber viel zu viele glauben es nur, krebsen herum und versuchen, genug Geld zum Leben damit zu verdienen; sofern sie nicht vom Geld eines anderen leben können.

Und was fördern wir dadurch?

Dass die Menschen immer mehr glauben,

  • dass eine normale Arbeit doof ist,
  • dass die normale Arbeitswelt schlecht ist,
  • dass sie da raus müssen.

Und wie soll hier bitteschön eine Revolution entstehen und eine wirkliche Veränderung der Arbeitswelt?

Deshalb ist es Zeit für etwas wirklich Revolutionäres:

In deiner Normalo-Welt und deinem Normalo-Job fange bei dir an, Spiritualität zu entwickeln = Offenheit des Geistes und des Herzens, und mache damit einen Unterschied da, wo du bist.
Bringe Licht in das Dunkel!
Sei du der Lichtbringer und renne nicht mit der Kerze dahin, wo es sowieso schon hell ist!

Oh ja, das ist womöglich anstrengender und mühsamer. Aber Veränderungen wollen errungen werden und fallen dir nicht einfach in den Schoß.
Es sind die Herausforderungen, die dir Erfüllung bringen, nicht die Geschenke, die vom Himmel fallen.

Soweit für dieses Mal.

Falls du nun empört bist, schreibe mir gerne.
Falls du nicht empört bist, freue ich mich auch über eine Nachricht von dir, denn ich habe vor, künftig mehr über „erfülltes Arbeiten“ zu schreiben und interessiere mich dafür, was du denkst und brauchst.

Und ja, ich schreibe nicht nur darüber, sondern lebe es auch selbst 😉

 

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Autor: Helga Fischer

Sängerin & Autorin. Ich singe, inspiriere und berühre dich, dein Herz der Schönheit deines Lebens zu öffnen.

6 Kommentare

  1. Liebe Helga,

    ich finde es super, dass endlich mal jemand etwas aufgreift, was schon lange
    „auf den Tisch“ gehört. Man hört und liest wahnsinnig viel zum Thema „Berufung“ und das
    man längerfristig krank wird, wenn man gegen seine Berufung arbeitet u. so weiter.
    Es gibt immer mehr Burnout-Kranke, psychische angeschlagene Menschen, überall klagen
    die Leute über zunehmenden Stress. Aber wer ist dafür verantwortlich? Natürlich schieben alle die Verantwortung ab, es sind immer die äußeren Umstände schuld. So habe ich auch immer gedacht, bis mir klar wurde, dass man sich nur selbst ändern kann und vor allem die Einstellung dazu. Natürlich ist es schön, wenn man mit seinen Interessen und Fähigkeiten
    Geld verdienen kann. Aber dies wird nicht allen gelingen, den es gibt auch genügend Arbeit, die uns mit unschönen „Dingen“ konfrontiert und die einfach gemacht werden muss, weil
    sie letzten Endes dem Gemeinwohl dient. Ich denke hier auch an unsere Generationen vor uns, Großeltern oder Eltern, die noch viel mehr Energie aufbringen mussten, damit die
    genug zum Überleben hatten. Die wenigsten konnten sich um ihre wirkliche Berufung kümmen, sondern mussten schon früh hart arbeiten und waren trotzdem meistens zufriedener. Ich denke zwischenzeitlich auch, dass jede Arbeit in gewisser Weise erfüllend
    sein kann und jeder etwas dazu tun kann, dass sich seinem Umfeld etwas verändert. Dazu gehört aber auch, das wir Menschen, die für´s Gemeinwohl arbeiten oder Normalo-Jobs machen, besser wertschätzen und nicht nur unseren Stars und Sternchen nacheifern. Für mich es jemand, der einen Menschen unter Lebensgefahr aus dem Feuer rettet ein Star und keiner, der für paar Millionen im Jahr ein paar Bälle ins Tor schießt. Wir müssen uns einfach bewußt werden, dass wir alle es zu dem gemacht haben, wie es heute ist!

    Liebe Helga, ich freue mich schon auf die nächsten Beiträge zu diesem Thema und wünsche Dir schon mal ein schönes Wochenende!

    Bis bald und viel liebe Grüße
    Petra

    • Vielen Dank, Petra, wow! 🙂
      Ich glaube, wir werden immer mehr, die es anders sehen.
      Mir ist noch nicht ganz klar, wie wir da eine Revolution anzetteln können, dass endlich alle Arbeit wertgeschätzt und auch ordentlich bezahlt wird, aber ich hab mal einen Anfang gemacht und werde dazu weiter schreiben. 🙂
      Wenn jeder bei sich mit einer veränderten Einstellung anfängt, ist schon viel getan.
      Liebe Grüße, bis bald
      Helga

  2. Liebe Helga, ich gebe dir ja so recht!!
    Ich selber hatte vor vielen Jahren mal eine Arbeit, allerdings auch als selbstständig, da habe ich in einem großen Supermarkt für verschiedene Firmen Ware in die Regale eingeräumt. Normalerweise machten das sonst so Hausfrauen und Studenten als kleinen Nebenverdienst. Ich hatte daraus einen Vollzeitjob gemacht. Erst war es als Überbrückung gedacht.
    Es wurde der beste Job den ich in meinem sehr bewegten Leben hatte und ich durfte ihn fast 10 Jahre lang tun. Dann wurde leider „umstrukturiert“ und ich stand da und musste mich umorientieren.
    Aber in diesem Job ging ich auf. Ich lernte sehr viel für mich und über mich. Durfte sogar dann Kunden beraten. Das hat mir nochmal mehr Freude gemacht.
    Die Arbeit war für mich nur an ganz schweren Tagen (z,B. kurz vor Weihnachten) wirklich Arbeit. Ansonsten war es Hobby und Sport (ist ja körperlich nicht grade leicht wenn man das den ganzen Tag macht).
    Ich hatte Verantwortung und in gewissem Maße auch Gestaltungsfreiheit. Einfach alles, was ich so als „Traumjob“ gerne hätte.
    „Erleuchtet“ oder „spirituell“ war das so nicht. Aber aufüllend, erfüllend und hat ganz nebenbei wirklich gutes Geld eingebracht.
    Ich finde, auch reltiv einfache Arbeiten können wirklich erfüllend sein. Da braucht man weder ein studierter noch erleuchteter Mensch zu sein. Oder Heiler.
    Auch ratlose Kunden freuen sich, wenn sich jemand einigermaßen auskennt mit bestimmten Produkten. Und über Freundlichkeit sowieso.
    Leider bin ich mal wieder auf Jobsuche. Kann körperlich nicht mehr so diesesn sportlichen Einsatz zeigen. :-)))
    Und muss im Moment die Unzfriedenheit aushalten. Habe dazu auch deinen Artikel gelesen und finde ihn sehr zutreffend.
    Viele liebe Grüße
    Regina.

  3. Liebe Helga,

    wundervoll geschrieben und obwohl ich nun seit 11 Jahren meine Berufung leben darf, habe ich meinen alten Job aus der Finanzbranche nie vergessen und kann vieles von diesem Wissen auch in meinen spirituellen Beruf heute integrieren. Es geht nicht darum ob selbständig oder angestellt. Es geht darum, das dass was wir tun von Herzen kommt und es fuer uns Sinn macht. So zumindest erfahre und lebe ich es mittlerweile.

    Herzliche Grüße und vielen Dank für deine Herzen berührenden Inspirationen

    Sabine

    • Liebe Sabine,
      herzlichen Dank für deinen Kommentar.
      Ja, genau so, wie du schreibst, ist es: Es geht darum, dass das was wir tun von Herzen kommt.
      Dass wir uns einlassen auf unsere Aufgaben und das, was wir zu geben haben. 🙂
      Sonnige Grüße
      Helga

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