Manche drücken ja gerne den Reset-Knopf von Körper und Gehirn durch eine ordentliche, feuchtfröhliche Party.
Die Zeit „zwischen den Jahren“ oder einfach mal Urlaub von allem zu machen (auch ausgiebige Meditationseinheiten), haben den gleichen Effekt – ohne Kopfweh und Kater!
Voraussetzung ist, dass du alle Ablenkungen wirklich abschaltest bzw. schließt – das SmartPhone, den Computer, den Fernseher und das Radio, das Telefon sowie den Kühlschrank und die Schublade mit Knabberkram und Schokolade.
Und dann widme dich bewusst etwas: in die Landschaft gucken, Handarbeit, ein Buch lesen, einen Film ansehen, spazieren gehen, baden, dösen und das Sofa platt drücken, bügeln, schlafen oder meditieren – es spielt eigentlich keine Rolle, was es ist, solange du es mit ganzer Aufmerksamkeit tust.
Ohne zu wissen, wie lange du es tust und was du als Nächstes machen wirst. Die Ablenkungen sein lässt und dir echte Ruhepausen gönnst.
Die ersten Tage wird es dir womöglich noch nicht ganz gelingen, doch je mehr du zur Ruhe kommst und loslässt, desto mehr wirst du das Bedürfnis nach Stille haben.
Irgendwann findest du dich dann vielleicht seit einer halben Stunde einen Baum anschauend wieder und merkst, dass du in der Zeit NICHTS gedacht und getan hast.
Oder du spülst zwischendurch Geschirr ab und hast es noch nie so nett gefunden, deine Hände in das warme Wasser zu stecken und mit dem Schwamm Schüsseln und Tassen abzuwischen.
Kurzum: Irgendwie ist alles schön! 🙂
Du bist an einem Nullpunkt angelangt, wo es nichts zu tun und zu denken gibt und sich alles, was du tust, aus dem Jetzt ergibt.
Dieses Runterfahren kann auch angstbesetzt sein. Nicht umsonst spielen viele am Handy herum, wenn es mal sonst nichts zu tun gibt. Oder sie halten sich immer beschäftigt durch Arbeit oder Pläne für die Zukunft.
Es gehört Mut dazu, dir wirklich mal selbst zu begegnen. So wie du bist. Ohne nach außen gerichtete Aktion, durch die du dich definierst und präsentierst. Ohne Ablenkung. Ohne großartige Pläne, durch die du dich „verbessern“ möchtest. – Einfach nur du! Ganz pur.
Du fragst dich dann vielleicht, wer du bist, wenn du wirklich mal loslässt. – Es ist ein bisschen so wie bei der Raupe, die sich in ihrer Puppenhülle auflöst, um sich dann neu zu ordnen. Denn genau das passiert auch bei dir:
Bist du am Nullpunkt angelangt, hast deine „Persönlichkeit“ einmal beiseite gestellt, bist einfach präsent und genießt den Moment, kommt plötzlich wieder ein Impuls, an dem die Dinge beginnen, sich neu zu ordnen. – Du weißt plötzlich, wie du mit einer Arbeit oder einem Problem, einer Beziehung oder einer Aufgabe weiter machen möchtest.
Klar und mühelos weißt du einfach, wo und wie es weiter geht, sodass es „in Ordnung“ ist.
Ist das nicht großartig?!
Ein Neustart ist möglich, indem du runter fährst zu einem Nullpunkt:
Null denken, null produktiv sein.
Ganz unspektakulär und leise geschieht es einfach, dass sich von diesem Punkt aus die Themen deines Lebens ordnen und du dann gestärkt und neu ausgerichtet wieder an die Arbeit und den Alltag gehen kannst.
Also, für das lohnt es sich wirklich, mal nicht erreichbar zu sein und nichts Vorzeigbares zu tun! – Sei es während ein paar Tagen Urlaub oder in der Zeit „zwischen den Jahren“.
Ich wünsche dir einen guten Start ins neue Jahr!
21. Januar 2025 um 21:36
Moin Helga,
ich bin gerade dabei mich aus dem selbstgemachten Sumpf zu ziehen. Und das mit großer Freude, denn ich habe mir zu Weihnachten eine Harfe geschenkt und ab Montag geht es mit dem Unterricht los.
Dazu habe ich jetzt deine verschiedensten Beiträge gelesen und ich bin fasziniert, wie sie mich ansprechen… oder ich denke an sowas kurioses wie letztes Jahr , was ich in einem Yoga-Hotel erlebt habe. ich bin zu einem Tischlerkurs gefahren und habe da im Yoga-Hotel übernachtet und dort konnten die Leute nicht verstehen, dass ich kein WLAN und kein PC usw. haben wollte… ja ich habe da total abschalten können…
Bei mir ist einiges was nicht mehr stimmt, und etwas was letztes Jahr 4 Mal auftauchte…
Mal sehen wie mein „Neustart“ aussehen wird. Auf jeden Fall mit der Harfe… dann mit Nähen und Holzarbeiten… und mal sehen was da noch zu kommt… und das bei einer alten „Tante“ von 61 Jahren… hi
Klangvolle Angela
22. Januar 2025 um 11:08
Liebe Angela,
vielen Dank für deinen interessanten Kommentar.
Man ist doch nie zu alt, um etwas Neues zu beginnen. 🙂 Das klingt jedenfalls super, was du da vor hast. Ich wünsche dir ganz viel Freude dabei.
Mit musikalischen Grüßen
Helga