einfach erfüllter leben

Das Schlüsselwort für ein erfülltes Leben

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„Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage“, lässt Shakespeare seinen Hamlet im gleichnamigen Stück sagen.

Der gute Hamlet denkt darüber nach, „dass er vor entschlossenem Handeln Scheu hat, weil er trotz seiner Todessehnsucht und seines Weltschmerzes Angst vor dem Tod hat. Die Zerrissenheit der Figur wird in diesem Monolog, …, deutlich.“, weiß Wikipedia hierzu, wo man auch den ganzen Monolog nachlesen kann. Irgendwie klingt er ziemlich aktuell, wenn ich so in die heutige Zeit blicke.

Diese Zerrissenheit ist ein fürchterlicher Zustand: Einerseits schmerzt einen die Welt, sodass man sich nicht weiten Herzens auf sie einlassen kann. Andererseits ist man nun mal hier und will ja eigentlich auch leben. Und zwar erfüllt und glücklich leben, das Leben tief und ganz leben.

Doch was tun?

Ja, für ein erfülltes Leben möchten wir uns lebendig fühlen, sonst ist das ja auch irgendwie wie lebendig tot sein. Wann aber fühlen wir uns lebendig?

Für den einen ist es Dies, für den anderen Jenes, was ihn sich lebendig fühlen lässt. Doch ich möchte behaupten, dass das, was uns lebendig macht, uns immer auf eine bestimmte Art im Leben SEIN lässt.

Was uns lebendig macht, hat in erster Linie nichts mit Haben oder Zielerreichung oder ausschließlichem Glücklichsein zu tun. Vielmehr stößt es etwas in uns an, was unser SEIN besonders macht, uns eben lebendig macht.
Daher kommt auch die Erfahrung, dass das Streben nach Etwas oft viel belebender ist als es zu erreichen. Hat man es nämlich endlich, verpufft die Lebendigkeit relativ schnell. Und doch braucht es ein Sich-Einlassen auf etwas, um sich lebendig zu fühlen. – Die Zerrissenheit und Hamlet lassen grüßen. 😉

Erich Fromm, der große Psychoanalytiker, Philosoph und Sozialpsychologe widmete dem „Haben oder Sein“ 1976 gar ein ganzes Buch.

SEIN –

Dieses Wort ist der Schlüssel, der uns das große Tor aufschließt in eine Landschaft, auf der ein goldener Schimmer liegt, wie jetzt im Spätsommer das Nachmittagslicht auf den Blättern der Bäume, Sträucher und Gräser glänzt.
Ein sanfter Zauber legt sich über die Welt und irgendwie wirkt alles besonders. Wir stehen still und blicken andächtig auf die Schönheit, hören die zirpenden Heuschrecken und spüren den schon kühleren Wind auf unseren nackten Armen. SEIN … und schon sind wir mittendrin.

In dieser Stimmung vergesse ich meine Liste, was ich noch alles erledigen wollte, sollte, müsste … heute, morgen, diese Woche, diesen Monat … ach! Die Zeit rennt!
Ich vergesse, wie mangelhaft diese Welt doch ist und was alles dringend getan werden müsste.

Während ich hier so stehe und das goldene Sonnenlicht im späten September betrachte, was ist da wirklich wichtig?

Wenn ich wüsste, dass es der letzte September dieses Lebens ist, würde ich dann noch damit hadern wollen, dass ich Projekt XY immer noch nicht geschafft habe? Würde ich weiter am Kummer der Welt mitleiden?
Nein, ich würde noch viel mehr dieser glänzenden, satten Momente suchen. Und manche davon auch mit Lieblingsmenschen erleben wollen. – Satte Momente, genährte Sinne, erfülltes Herz.

So nehme ich mir vor, mich künftig wieder viel öfter zu fragen: „Wie möchte ich gerade sein? Fühle ich mein Hiersein? Fühle ich mein Leben?“

Diese Fragen sind die wichtigsten im Leben. Alles andere kann getrost ihnen nachgeordnet sein.

Denn das Geheimnis dahinter ist:

Dein SEIN hat Auswirkungen auf dein Leben und alles was du tust. Aus dem SEIN heraus kommst du auf die besten Gedanken und Ideen, was wiederum Handlungen nach sich zieht, die wirklich Hand und Fuß haben und etwas bewirken.
Wenn Menschen aus Ihrem SEIN heraus handeln, wirkt ihr Tun kraftvoller und in ihnen leuchtet ein Schimmer von etwas Tiefem.

So lass uns bereits morgens fragen: „Wie möchte ich heute sein?“ Und uns dann davon überraschen lassen, wie der Tag uns auf diese Frage antworten wird. 🙂

Alles Liebe für dich

Helga

*

Autor: Helga Fischer

Hi, ich bin Helga. Ich schreibe und singe, inspiriere und berühre.

4 Kommentare

  1. So wahr Deine Darlegungen Liebe Helga. Sie regen mich zum tiefen Nachdenken an. Lieben Dank !

  2. Danke für die interessanten Gedanken. Es ist so belebend und hilfreich, die Dinge des Lebens aus einer anderen Perspektive zu betrachten.
    Herzlichen Dank dafür und einen schönen Herbst
    wünsche ich dir.

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