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Das Corona-Retreat

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Heute kommen mir ganz verwegene Gedanken:
Vielleicht können wir den aktuellen Corona-Lockdown auch als Retreat-Seminar begreifen.

In der Vergangenheit gingen wir auf Meditations-Seminare, saßen stundenlang still, gingen langsam im Kreis und atmeten achtsam. Oder wir gingen ins Kloster auf Zeit. Oder sehnten uns zumindest danach und hofften, irgendwann mal Zeit dafür zu haben.

In solch einem Seminar waren wir sehr auf uns selbst zurückgeworfen, ja, geradezu mit uns selbst konfrontiert. Deshalb machten wir es in der Gruppe, wo man sich getragen und angeleitet wusste und sich über die schwierigen Erfahrungen austauschen konnten.

Wir bezahlten Geld dafür und nahmen uns mal ganz aus der Welt raus. Deshalb nannte man es auch gerne Retreat = Rückzug.
Dabei hofften wir darauf, etwas von der Stille und den Erkenntnissen mit in unseren Alltag rüber retten zu können.
Wer nur auf schöne, freudige Erfahrungen hoffte, konnte nichts dauerhaft mitnehmen. Wer offen für alle Erfahrungen war und sich tief darauf einließ, den konnte der Rückzug verwandeln.

Tja, und jetzt sind wir im Corona-Rückzug!

Irgendwie gleicht die Zeit jetzt doch auch sehr solch einem Stille-Retreat:
Auf uns selbst zurück geworfen. Einförmige Tätigkeiten, wenig Abwechslung. Nach Außen ist nicht viel möglich, aber nach Innen und in die Tiefe.

In sich selbst einzusteigen und in die Tiefe zu gehen macht immer auch Angst. Doch es barg schon immer auch die Chance auf Verwandlung.

Warum stehen wir so langsam nicht dazu, dass wir in einer tiefgehenden Wandlungszeit stecken? Dass wir nicht mehr Dieselben bleiben werden. Aber ganz ehrlich: Wer wollte eigentlich immer Derselbe/Dieselbe bleiben?

Es täte uns gut, die Tatsachen anzuerkennen und uns offen darüber auszutauschen.
Nicht anklagen und Schuldige suchen, wegen denen wir uns jetzt „verändern müssen“. Sondern das was ist, anerkennen und auch anerkennen, was es mit uns macht. Darüber reden. Und uns darauf konzentrieren, wie wir gut durch die Wandlungszeit kommen.

Will die Raupe ewig Raupe bleiben?

Die Raupe hat uns gegenüber den Vorteil, dass sie nicht darüber nachdenkt, ob sie Schmetterling werden will oder nicht. Sie macht die Verwandlung einfach mit, weil es so in ihr angelegt ist. Sie zieht sich in einen Kokon zurück, hält still, löst sich auf und wird schließlich ganz neu geformt.
Wenn sie nachdenken könnte wie wir und ein Statement abgeben könnte, würde sie sich sicher vor dem Tod im Kokon fürchten und alles ewig durchdiskutieren.

Vertraue auf deinen Bauplan

Mir hilft in der Wandlungszeit immer sehr, so wie die Raupe auf ihren Bauplan vertraut, auch auf den Bauplan für uns Menschen zu vertrauen. Ich ahne ihn zwar mehr als dass ich ihn kenne, aber ich weiß, dass da eine göttliche Kraft ist, die meinen, deinen und unser aller Bauplan genau kennt.

Und so kann ich wohl spüren, dass in aller Veränderung etwas Tiefgreifendes mit mir geschieht. Ich verändere mich und manche meiner Denk- und Verhaltensweisen. Mir werden plötzlich Dinge wichtiger, die bisher so am Rande des Alltags verliefen.
Und doch kann ich mich in diesen Wandel hinein entspannen, weil ich darauf vertraue, dass der Baumeister seinen Plan kennt und voll Freude an seinem Projekt baut, wovon wir Teil sind.

Also, ich bin gespannt, wer wir sein werden, wenn wir wieder aus unserem Kokon schlüpfen! 🙂

Wie geht es dir damit?

Herzlichst,
Deine Helga

Autor: Helga Fischer

Hallo, ich bin Helga. Ich singe, inspiriere und berühre dich, dein Herz der Schönheit deines Lebens zu öffnen - einfach erfüllter zu leben!

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